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Symmetrien

12.3.2007 20h - 243. Montagsgespräch

echtzeithalle e.v. im Musiklabor Luisenstr. 37a, 80333 München

Jutta Köhler

Symmetrie und Symmetriegruppen sind auf mathematischer Ebene exakt definiert, es sind Formeln, mit denen die Systemeigenschaften bzw. Strukturen sowohl auf kleinstem Raum als auch bei Extrapolation ins Unendliche sehr effizient beschrieben werden können. Bei der Erkenntnis der Symmetrie eines Kunstobjektes gewinnt es einerseits unser Staunen über die Mächtigkeit dieser Eigenschaft, andererseits verliert es im selben Moment auch sein Geheimnis des Ordnungsprinzips auf dem es beruht. Ein paar Ungereimtheiten ergeben jedoch die Möglichkeit, das Interesse des Beobachters danach wieder zu entfachen, erfolgt dieses auf mehreren Ebenen, gewinnt das Objekt an Tiefe. Symmetriebrüche oder überlagerte Symmetrien machen am Ende die Einmaligkeit eines interessanten Objektes aus. "The geometry of musical chords" von Dimitri Tymoczko (Princeton University, Time Magazin Feb. 5, 2007) beschreibt die mathematischen Räume der Akkordstrukturen, genannt orbifolds, welche intuitiv von den westlichen Komponisten der letzten Jahrhunderte genutzt wurden um ihre musikalischen Werke zu erschaffen (Zitat D.T.: "Composers have been exploring these maps without really knowing").